Stucklexikon

 

Gesims

Das Gesims oder der Sims ist ein meist horizontales Bauteil das eine Außenwand in einzelne Abschnitte gliedert. Die Grundform der Gesimse sind vorspringende Platten mit waagrechter Begrenzung, die aber auch schräge Abdeckflächen haben (Schräggesims) oder manchmal unterschnitten sind (Kaffgesims, Wasserschlag). Gesimse können an ihrer Unterseite durch wulstartige Zierformen geschmückt oder durch Konsolen (Konsolgesims) unterstützt sein. Je nach Lage unterscheidet man Sockel- oder Fußgesims an einem Unterbau, Gurt- bzw. Stockwerksgesims und das abschließende Dachgesims (Kranzgesims, Hauptgesims, Schlussgesims).

 

Kapitell

Das Kapitell (von lat. capitellum „Köpfchen“ zu caput „Kopf“) ist der obere Abschluß einer Säule, einer Ante oder eines Pilasters. Das Kapitell ist plastisch deutlich ausgeformt. Es ist ein wichtiges ornamentales Element und meist floral, mit Voluten, oder figurativ ausgeführt. Im Laufe der Geschichte haben sich vielfältige Ausformungen der Kapitelle entwickelt, die die Stilkunde untersucht. In der griechischen Architektur werden die Kapitelle in drei Haupttypen unterteilt, die in der Säulenordnung festgelegt sind: das dorische, ionische und korinthische Kapitell.

 

Konsole

Eine Konsole (auch Balken-, Kraft-, Krag-, Trag-, Kunst- oder Notstein) ist in der Architektur ein aus der Wand herausragender, tragender Vorsprung, auf den andere Bauteile, wie Gesimse, Bögen, Figuren, Säulen, Pilaster, Balkone oder Balken aufgesetzt sein können. Konsolen werden in der Regel in Naturstein oder Mauerwerk ausgeführt. Konsolen sind häufig als Voluten ausgeführt oder ornamental geschmückt.

 

Putte

Eine Putte, Plural: Putten, ist in der Skulptur und Malerei eine Kindergestalt, die meist wenig bekleidet oder nackt auftritt, mit oder ohne Flügel. Das Wort stammt ursprünglich vom lateinischen putus und war in seiner italienischen Ausprägung putto (Knäblein; Plural putti) bis Mitte des 20. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum gebräuchlich. Putten wurden für allegorische Darstellungen eingesetzt oder auch zur Wiederholung eines thematischen Gestaltungskonzepts, häufig jedoch zu rein dekorativen Zwecken. Seit der Antike verkörperten sie bis in die Gegenwart vielfach Liebesgötter. Die Sonderform der Eroten, kindlicher Eros-Figuren, ist seit der griechischen Antike bekannt. Beispiele findet man auch in der römischen Antike, etwa in Pompeji.

 

Kartusche

Eine Kartusche ist in der Ornamente ein Zierrahmen. Kartuschen können Wappen, Texte oder Porträts umrahmen. Dabei unterscheidet sie von einem Bilderrahmen, dass sie nicht mobil sind, sondern skulpturaler Bestandteil der umgebenden Architektur. Insbesondere in der Architektur der Renaissance und des Barock waren Kartuschen beliebte Formen, die oft selbst als Schmuck dienten, ohne mit einem Inhalt gefüllt zu werden.

 

Pilaster

Ein Pilaster (lat.: pila, Pfeiler) ist ein in den Mauerverbund eingearbeiteter Halbpfeiler. Er kann – muss aber nicht – eine tragende statische Funktion haben. Sein vornehmlicher architektonischer Zweck ist die vertikale Gliederung von Außen- oder Innenwandflächen. Im Gegensatz zur Linse hat er Basis und Kapitell. Zur Wandgliederung wurden Pilaster seit der Antike (Griechische Architektur) verwendet, sowohl die Romantik als auch die Gotik benutzten dieses Architekturmotiv. In der Renaissance war der Pilaster eines der gebräuchlichsten Gliederungsmittel. Ähnlich wie die Halbsäule kann der Pilaster ein Element der Steinarchitektur sein. Ein Pilaster hat neben der Raumgliederung auch eine ornamentale Aufgabe.

 

Plinthe

Die Plinthe (von griechisch plinthos, "viereckiger Ziegel") ist ein Bauelement in der antiken Architektur. Sie besteht aus einer in der Regel quadratischen Platte, die unter einer runden Säulen oder Säulen angeordnet ist. Somit schafft die Plinthe einen optischen Übergang zwischen der runden Säule oder Säulenbasis und dem in der Regel rechteckigen Unterbau, dem Stylobat.

 

Rocaille

Rocaille ist das kunstwissenschaftliche Fachwort für muschelförmige Ornamente. Häufig sind Verbindungen mit Blatt- und Rankendekorationen. Das Wort rocaille kommt aus dem Französischen und bedeutet sowohl "Geröll" als auch "Muschelwerk". Das Rokoko wird im Französischen auch style rocaille genannt.

 

Säule

Eine Säule ist eine lotrechte Stütze und kann aus Gips, Stein, Holz oder Metall mit rundem Querschnitt bestehen. Sie unterscheidet sich durch die Querschnittsform von der Halbsäule, dem Pfeiler und dem Pilaster. Säulen können ein Gewölbe, Arkaden oder das Dach eines Gebäudes stützen und dabei teilweise oder ganz die Wände ersetzen. Im Unterschied zu einem tragenden Pfeiler können sie jedoch auch nur der Dekoration dienen oder sogar als Monument allein stehen. Halb in die Wand eingebaut bezeichnet man sie als Pilaster Blendsäule (Halbsäule).Säulen gibt oder gab es in nahezu allen Architekturstilen und allen historischen Epochen. Säulen unterliegen, im Gegensatz zu eher statischen und schmucklosen Elemente wie Stützen oder Pfeilern, einer Säulenordnung, einem System von Formen und Proportionen für Säulen und Gebälk. Säulenordnungen waren auch für weite Teile der Architektur von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert verbindlich (kanonisch).

 

Feston

Aus dem Französischen übersetzt bedeutet es „Gehänge“ und bezeichnet ein Dekorationsmotiv in Form einer durchhängenden Girlande. Oft sind sie aus gebundenem Laub, Blumen und Früchten und werden meist an beiden Enden an Schleifen aufgehangen. Die Girlande, im Gegensatz zum Feston, hat meist einen gleichbleibenden Umfang und eine beliebige Länge und besteht oft ausschließlich aus gebundenem Blattwerk. Das Feston erscheint nur selten als Einzelform und wurde auch häufig im Wechsel mit Bukranien (siehe Erklärung) verwendet.

 

Blattmaske

Wie die Bezeichnung schon andeutet sind die Blattmasken ein Ziermotiv die ein menschliches Gesicht aus Blättern oder welches von Blättern umrahmt wird dargestellt. Entwickelt wurden sie in der römischen Antike , in der Romanik wurden sie wieder aufgegriffen und in der Gotik waren sie ein sehr beliebtes Ziermotiv. Vorzugsweise werden sie zur Zierde von Kapitellen, Konsolen und Schlusssteinen verwendet.

 

Bukranion

Das Bukranion ist ein Rinderschädel mit ausladenden Hörnern der an ein Stieropfern erinnert. Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. wurde das Bukranion immer öfter in Verbindung mit einem Feston abgebildet und wurde zum festen Bestandteil der hellenistisch-römischen Ornamentik.

 

Cabochon

(von französisch caboche: der Kopf, abgeleitet von lateinisch: caput) Ein kuppelförmiger Schliff ohne Facetten mit runder, ovaler oder eckiger Grundfläche.

 

Dreiblatt

Das Dreiblatt ist eine Zierform aus dem gotischen Maßwerk. Sie vereint drei gleiche Spitzbogen in einem umfassenden Dreieck oder Dreibogen.

 

Dreischneuß

Der Dreischneuß ist ebenfalls eine Zierform des gotischen Maßwerks, er beinhaltet drei so genannte Fischblasen die von einem Kreis umschlossen sind. Er findet sich oft in Maßwerken aus dem Decorated Style und des Flamboyant wieder.

 

Emblem

Ein Emblem ist im Barock eine beliebte Darstellungsart von lateinischen Lebensweisheiten in Form von einem Motto, einer Abbildung und einer Bildunterschrift. Meist beinhaltet die Abbildung eine sinnbildliche Darstellung des Mottos, später ab dem 17. Jahrhunderts trat auch anstelle des Mottos Bibelzitate, oder anstelle des allegorischen Bildes wurden szenische Darstellungen aus der Historie oder Fabeln verwendet. Neben der Verwendung als dargestelltes Motto diente es auch mithilfe von Symboliken für die Darstellung von Berufsbezeichnungen.

 

Fries

Das Fries dient als Umgrenzung, Abgrenzung, Dekoration oder Gliederung eines Bauwerkes. Meist ist es ein lineares und waagerechtes Stilelement. Es kann sowohl glatt als auch plastisch hervortretend verwendet werden und kann verschiedenste figürliche als auch abstrakte Elemente enthalten.

 

Anthemion

Das Anthemion, welches auch als Anthemienfries oder Palmettenfries bezeichnet werden kann, beinhaltet im Wechsel sowohl stilisierte Lotusblüten als auch Palmetten die meist durch Rankenketten miteinander verbunden sind.

 

Füllhorn

Als Füllhorn wird ein mit Früchten und Blumen gefülltes Horn bezeichnet das vor allem in der römischen Zeit als Ornament verwendet wurde. Es diente als Zeichen des Überflusses und zählte unter Anderem zu den Attributen der Fortuna und der Abundantia (zum einen die Göttin des Glücks und zum anderen die Göttin des Überflusses). Im Barock und der Renaissance wurde das Gestaltungselement mit dieser Bedeutung erneut aufgegriffen.